aus längst vergangenen Tagen

BMW M8 (E31): Der Super-8er wird 30 Jahre alt

Erst seit 2019 gibt es im BMW-Programm offiziell einen M8 - Was kaum jemand weiß: Schon vor 30 Jahren arbeitete die M GmbH an einem M8

Man kennt sie. Und irgendwie auch wieder nicht. Die Rede ist nicht von den eigenen Nachbarn, sondern von Autos, die so unauffällig blieben, dass sie heute nur eingefleischte Fans noch kennen. Solche Modelle müssen nicht zwangsläufig Flops gewesen sein, aber sie liefen unter dem Radar des gewöhnlichen Autokäufers. 

 

Heute hole ich einmal dieses Modell aus dem "Nebel des Vergessens".

 

Bei diesem Autoist die Frage "Kennen Sie den noch?" fast rhetorisch: Den BMW M8 auf Basis der ersten 8er-Reihe (E31) gab es nur ein einziges Mal. Und nach dem Abbruch der Entwicklung landete er fast 20 Jahre lang im "Giftschrank" respektive den Kellern der M GmbH. Zum 30. Geburtstag des ersten M8 versuche ich zusammenzutragen, was über ihn bekannt ist.

Erst im Jahr 2019 rundete BMW die aktuelle 8er-Reihe mit einem M8 nach oben ab. Aber warum nicht beim E31?

 

Drehen wir die Zeit zurück: Zu Beginn der 1990er-Jahre, als sich der erste M8 in der Entwicklung befand, markierte der 850i mit 300 PS starkem V12 das Ende der Fahnenstange. Prinzipiell nicht schlecht, doch speziell die US-Kundschaft erwartete mehr Leistung. Zudem konnte BMW 1991 den V12-Konter von Mercedes bewundern: Im 600 SE/SEL gab es 408 PS mit Luft nach oben.

 

Der Zwölfzylinder im 850i hörte auf den Namen M70 und wie bei BMW üblich, bekam die daraus abgeleitete Sportvariante den Buchstaben S verpasst, also S70. Dieses Aggregat wanderte als S70/2 unter die Haube des M8-Prototypen, je nach Quelle sollen bis zu drei Fahrzeuge entstanden sein. Zur Leistung gibt es nur ungefähre Angaben, offiziell gemessen wurde sie nie. So heißt es nur vage "bis zu 640 PS".

BMW selbst nennt inzwischen 6.064 ccm Hubraum, 640 PS, 650 Nm Drehmoment bei 5.600 U/min für den 4,78 Meter langen Wagen. Turbo? Nix da! Und als Besonderheit entfielen die Klappscheinwerfer, die Leuchten waren nun in den Stoßfänger integriert. Zum Vergleich: Der heutige BMW M8 Competition holt aus seinem aufgeladenen V8 625 PS und 750 Nm.

In einer schmalen Pressemitteilung vom April 1991 wurde BMW-Motorenpapst Paul Rosche zur Leistung zitiert, ohne dass der Name M8 fiel: "So viel man will". Aber nicht unter 500 PS. Ach ja: Serienmäßig war ein Sechsgang-Schaltgetriebe vorgesehen.

Der M8 war ursprünglich als Ferrari-Konkurrent mit einer speziellen Version des S70-Motors geplant. Zu den Modifikationen gehörten eine Vergrößerung des Hubraums auf knapp über 6 Liter, doppelte Nockenwellen für jede Zylinderbank, Walzenschieber statt Drosselklappen, vier Ventile pro Zylinderkopf, Ansaugkrümmer aus Kohlefaser und eine kontinuierlich variable Ventilsteuerung. Als Ergebnis wurde geschätzt, dass der M8 eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 320 km/h erreichen würde.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass dieser Motor den McLaren F1 angetrieben hat. Der S70/2, der im McLaren F1 verwendet wurde, basierte nicht direkt auf dem Prototyp des Vierventil-V12, der im M8 verwendet wurde, sondern war eine komplette Neukonstruktion. Sicherlich kann man aber den M8 als Prototyp bezeichnen, mit dem viel Technik des F1 erprobt wurde. Als S70/3 mit 635 PS siegte der V12 sogar zweimal in Le Mans: einmal 1995 im McLaren F1 GTR und 1999 im BMW V12 LMR.

Zurück zum M8 von 1991: Der Wagen erhielt zwei Einlässe an den hinteren Bögen für die Motor- und Differentialölkühlung. Außerdem erhielt er eine breitere Spur durch eine breitere Antriebsachse sowie verstärkte vordere Bremsen. Der Innenraum wurde komplett entkleidet, mit Schalensitzen und zusätzlichen Messgeräten für Öldruck, Öltemperatur und Wassertemperatur.

Der M8 erhielt zudem eine B-Säule, um die strukturelle Steifigkeit zu erhalten. Weitere Modifikationen an der Karosserie waren ein neuer vorderer Stoßfänger, neue Außenspiegel, weiter ausgestellte Radkästen und eine Entlüftung in der Motorhaube.

Das Leergewicht des Wagens wurde auf weniger als 1.450 Kilogramm reduziert, indem Elemente des Wagens aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt wurden (wie die Motorhaube, die Türen und der Kofferraumdeckel), Räder aus Kohlefaser zum Einsatz kamen und die Rücksitze aus dem Wagen entfernt wurden. Die Fenster wurden aus Lexan gefertigt.

Das Projekt wurde schließlich verworfen, weil BMW entschied, dass es keinen Markt für eine Hochleistungsvariante der 8er-Reihe gab, vor allem wegen der anhaltenden wirtschaftlichen Rezession in den 1990er-Jahren.

Der einzige jemals produzierte Prototyp (der Gerüchten zufolge nicht einmal sicher für den normalen Straßenverkehr war) wurde von BMW im Giftschrank des Unternehmens weggeschlossen. Das Auto wurde am 2. Juli 2010 im BMW Museum in München erstmals Journalisten vorgestellt.

Ein wenig M8-Flair ging dann doch in Serie: 1992 brachte BMW den 850 CSi mit 380 PS starkemV12 in Serie. Und zwar dem S70 ohne das Suffix /2 am Ende. 5,6 Liter Hubraum, 550 Newtonmeter und exakt sechs Sekunden auf Tempo 100 lauteten die Werte des quasi entschärften M8. Nur 1.510 Exemplare wurden bis 1996 gebaut, was zeigt, wie schwierig das Marktumfeld war.

International Version:

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